Im Laufe der letzten 3 Jahrhunderte entwickelte sich die Industrie von der ersten Mechanisierung durch Wasser und Dampf, über den Aufbau der Massenproduktion mithilfe von Strom, zur Automatisierung durch den Computer, bis hin zum Aufbau cyber-physischer Systeme. Industry 4.0 bezeichnet diesen letzten Punkt und beschreibt damit die Digitale Transformation, die nun schon seit mehr als 10 Jahren in vollem Gange ist und welche durch die Automatisierung von Prozessen mithilfe von KI (Künstliche Intelligenz) und IoT (Internet of Things) eingeleitet wurde.

Im Bereich der digitalisierten B2C Produkte dominieren amerikanische Unternehmen wie Google und Amazon den Markt und die Chance für deutsche Firmen diesen Vorsprung aufzuholen sind gering. Betrachtet man jedoch den Bereich der industriellen Digitalisierung, so zeichnet sich klar ein enormes Chancenpotenzial für deutsche Unternehmen ab. Als Europas größte Wirtschaftsnation, sehen Experten große Wachstumsmöglichkeiten für Deutschland im Bereich der Digitalisierung und das trotz derzeit schlechter Platzierungen im internationalen Vergleich [i]. Dass Deutschland im internationalen Vergleich hinkt, liegt zum einen am suboptimalen strukturellen Aufbau, wie der fehlenden nationalen Netzabdeckung und zum anderen daran, dass die deutsche Industrie bestehend aus kleinen, mittelständischen bis großes Unternehmen, die Möglichkeiten gar nicht oder nur teils nutzt.

Ein weiteres Problem ist das fehlende Vorstellungsvermögen vieler Unternehmen. Digitalisierung wird oftmals als das “simple” Umsteigen vom Analogen zum Digitalen verstanden, wie z.B. das Abspeichern von Informationen in Computerdateien statt des Abheftens in Ordnern. Weitere Methoden können das Nutzen von Clouds, der Ausbau digitaler Kanäle sowie die generelle Modernisierung der IT-Infrastruktur sein.  Dies sind wichtige Schritte, schöpfen aber jedoch nicht die gesamten derzeitigen Möglichkeiten aus. Die Digitalisierung in der Industry 4.0 beschäftigt sich vor allem damit, all die digital erhobenen Daten mit Hilfe von KI und IoT zu vernetzen, Zusammenhänge herauszustellen und die Erkenntnisse zur Vereinfachung und Verbesserung von Prozessen zu verwenden.

IIoT Einstieg

Möchte ein Unternehmen sein Potenzial also voll ausschöpfen, um nicht hinter der Konkurrenz abzufallen, sollte es sich mit dem Thema IIoT (Industrial Internet of Things) auseinandersetzen. IIoT hat verschiedene Einsatzmöglichkeiten. Um herauszufinden in welcher Form es für Ihr Unternehmen infrage kommt, sollten Sie sich folgende Fragen stellen:

  • Möchte ich meine Produktionskosten reduzieren?
  • Möchte ich genauer verstehen wie meine Hardware im Feld eingesetzt wird?
  • Möchte ich frühzeitig darüber informiert werden wann Wartungsarbeiten anstehen?
  • Welche Informationen fehlen mir über den Einsatz meiner Hardware/Geräte?
  • Möchte ich Produktinnovationen oder Produktoptimierungen vornehmen, habe aber keine Daten zum Status Quo?
  • Muss ich Konnektivität meiner Hardware/Geräte ermöglichen, um mit der Konkurrenz mitzuhalten?
  • Habe ich ein wiederkehrendes Kundenproblem, das ich gerne lösen möchte?
  • Möchte ich ein digitales Geschäftsmodell aufbauen?

Mit der Beantwortung solcher Fragen, kann ein (Industrie-)Unternehmen ergründen, ob eine Implementierung von IIoT Anwendungen sinnvoll wäre und ob diese extern oder intern eingesetzt werden würde. So könnte intern beispielsweise die Produktionskette optimiert (und Kosten gespart) werden oder extern ein besserer Kundenerlebnis erzielt werden (und damit ein neues Geschäftsmodell geschaffen werden).

IoT vs. IIoT

Um sich mit dem Thema IIoT beschäftigen zu können ist es wichtig sich kurz mit der Begrifflichkeit auseinanderzusetzten. Was ist IIoT, und wo liegt der Unterschied zu IoT?

Internet of Things (IoT) bildet den Überbegriff von Hardware, die über den Einbau und Einsatz von Software und anderen Technologien mit dem Internet verbunden ist und sich so mit anderen Geräten vernetzen und Informationen austauschen kann. IoT generell wird meist in Bezug auf Anwendungen für private Personen genannt. Die Live-Tracking Funktion von Paketen oder intelligente Heizsysteme sind Beispiele für IoT Anwendungen im privaten Bereich. Im Industriekontext sprechen wir dann von Industrial Internet of Things. Hierunter versteht man die Implementierung solcher Anwendungen in der industriellen Produktion und die Konnektivität von industriell eingesetzter Hardware.

IIoT Best Practices

Wie eingangs schon erwähnt, ist die Industry 4.0 nun schon seit mehr als einer Dekade in Gange. Einige Unternehmen haben den Schritt in die Digitalisierung bereits gewagt und an ihrem Beispiel lässt sich der Mehrwert von IIoT Implementierung klar feststellen.

Als Beispiel für eine externe IIoT Anwendungen kann man MAN, den Deutschen Truck & Bus Hersteller aufzeigen. Die Firma stellt ihren Kunden ein Anzeigegerät zu Verfügung, welches Getriebefehler oder potenzielle Fehlfunktionen frühzeitig erkennt und dem Nutzer übermittelt. Durch die Implikation lassen sich so Aufwand und Kosten für den Kunden nachweislich minimieren [ii].

Ein internes IIoT Anwendungsbeispiel liefert der österreichische Automobilhersteller Magna Steyr. Dieser verfolgt das Konzept der “smart factory”, um Produktionsflexibilität anzubieten. Das gesamte Netzwerksystem der Fabrik ist digital und bietet den Mitarbeitern so die Möglichkeit die Effizienz von Prozessen zu messen und gegebenenfalls zu optimieren. Des weiteren verwendet das Unternehmen eine Bluetooth Anwendung, um das Konzept des “smart packaging” für sich zu testen [iii].

Dies waren nur zwei von vielen Beispielen erfolgreicher IIoT Implementierungen im DACH Raum. Auch bei Bitrock können bereits einige IIoT-Erfolge verzeichnen. Beispielsweise haben wir in Zusammenarbeit mit Giesecke + Devrient, eine IIoT Anwendung für das Unternehmen entwickelt, implementieret und erfolgreich ausgerollt.

In unseren Fallstudien können Sie mehr über Bitrock IoT Projekte finden! 

Jetzt handeln!

IoT birgt so viele Anwendungsmöglichkeiten und Chancen im Bereich der industriellen Produktion. Bei richtiger Implementierung kann enormer interner oder externer Mehrwert für ein Unternehmen generiert werden der sich in vielen verschieden Formen, wie beispielsweise einer Kostenreduzierung in der Produktion oder einer Prozessoptimierung, äußern kann. Warum schrecken also noch so viele Unternehmen vor dem Einsatz von IoT zurück?

  • Die Angst vor zu hohen Investitionskosten? Das sollte vor Entwicklung und Implementierung klar anhand eines Business Cases abgewogen werden.
  • Die IT-Sicherheit wird damit zu komplex? Die neue Technologie und Infrastruktur kann von Anfang an sicher konzipiert werden („security by design“), wenn man mit den richtigen Experten zusammenarbeitet.
  • Die Mitarbeiter haben nicht das nötige Know-How, um mit der neuen Technologie umgehen zu können? Hier bieten sich Tandem-Modelle an, die auch wir mit unseren Kunden gerne verfolgen. In der Zeit der Implementierung begleiten uns die Mitarbeiter und wir können so den Wissenstransfer sicherstellen und den Mitarbeitern die Angst nehmen.

Hoffentlich sehen wir in den nächsten Jahren noch viele erfolgreiche IIoT Projekte und schaffen gemeinsam das Rennen, um die Industrielle Digitalisierung zu gewinnen.

Jetzt unverbindlich Informationen anfragen